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Deutscher Amateur-Radio Club e.V. (DARC)

Referat ARDF-Funksport

13. ARDF-Weltmeisterschaft

Primorsko, Bulgarien
12. - 17. September 2006

Auch wenn die Unterkunft an der Schwarzmeerküste lag, wartete ein anspruchsvolles hügeliges Gelände auf die Wettkämpfer. 402 Wettkämpfer aus 30 Ländern waren angemeldet.

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Tagebuch

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WM-Tagebuch

von Kai Pastor, DG0YT

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10.9.-12.9. - Anreise

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13.9. - Training und Eröffnung

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14.9. - 2-m-Wettbewerb

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15.9. - Freier Tag, Ausflug nach Sozopol

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16.9. - 80-m-Wettbewerb

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17.0.-18.9. Rückfahrt

Sonntag, 10.09. bis Dienstag 12.09.2006

Anreise

Seit Dienstagabend ist die DARC-ARDF-Mannschaft vollständig in Bulgarien eingetroffen. Einige Teilnehmer sind schon einige Tage früher hergeflogen und haben die Zwischenzeit zur Erholung genutzt. Andere sind erst am Dienstagabend gelandet. Ich bin mit dem größten Teil der Mannschaft nach 35 Stunden Busfahrt durch Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien gegen 10 Uhr deutscher Zeit (11 Uhr Ortszeit) eingetroffen. Die lange Busfahrt war längst nicht so unangenehm wie befürchtet.


Gemeinsames Frühstück

Am Sonntag war der Mannschaftsbus gegen 23 Uhr in Uehlfeld/Franken abgefahren. Beim Passieren der österreichischen Grenze habe ich fest geschlafen. Gegen 6.15 Uhr waren wir dann bereits an der österreichisch ungarischen Grenze, kurz nach 8 Uhr erreichten wir die ungarische Hauptstadt Budapest. Um 9.00 Uhr haben wir dann auf einem sonnigen Parkplatz gehalten und gemeinsam gefrühstückt. Danach ging es weiter Richtung Rumänien, und kurz vor 12 Uhr war die ungarisch-rumänische Grenze erreicht. Dort dauerte es gut 90 Minuten, bis unser Bus an der Reihe war und abgefertigt wurde.

Die Fahrt durch Rumänien zog sich dann gewaltig in die Länge: fast nur Landstraßen, viele Lkw, Pferdefuhrwerke, endlos Schlaglöcher. So erreichten wir erst kurz nach Mitternacht (dt. Zeit) Bukarest. Die rumänische Hauptstadt präsentierte sich mit zahlreichen Baustellen. Die Fertigstellung des Autobahnrings lässt noch auf sich warten. Selbst selbst auf der Europastraße war es schwierig, mit dem Bus durchzukommen. Nach dem die Fahrer in einer besonders wilden Baustelle genervt von der Hauptstraße abgebogen waren, aber keine bessere Verbindung fanden, führte uns ein Polizeifahrzeug - zurück zu besagter Baustelle. Dass ich in Bukarest überhaupt wach war, lag übrigens an den Straßenverhältnissen - nicht an den Schlaglöchern, sondern an einem unerwarteten Absatz, der den Bus schlagartig einige Zentimeter in die Höhe beförderte und dabei das ganze Fahrzeug erbeben ließ. Danach war auch der zweite Fahrer in seiner Koje wieder wach...


In Rumänien

Gegen 3.30 Uhr erreichten wie schließlich die rumänisch-bulgarische Grenze. Ich erinnere mich sogar noch, wie mein Pass eingesammelt wurde, aber als ich wieder aufwachte, war der Pass wieder am Platz, die Grenze lag weit hinter uns. Auf Schlagloch-übersäten, aber sonst recht leeren Gebirgsstraßen ging es gemütlich Richtung Küste. Nach den Bergen hielten wir nochmal für ein gemeinsames Früshtück. Gegen 9 Uhr (dt. Zeit) passierten wir die Küstenstadt Burgas. Schließlich kamen wir an unseren Zielort Primorsko. Dort durften die Busfahrer nochmal ihr Rangiergeschick beweisen. Der Veranstalter hatte den Weg zum Hotel wohlmeinend mit Postenschirmen markiert, aber einerseits gingen die in einer Flut von Werbetafeln und Plakaten unter, andererseits war die vorgesehene Strecke nur eingeschränkt Bus-tauglich. Überall sind Stromleitungen gespannt, unter denen der Bus gerade durchpasst.

Am bewachten Strand wehen rote Fahnen, und wer mit Badehose in Wasser geht, wird schnell wieder herausgepfiffen. Aber im "unprotectable area" abseits von Primorsko haben Alex und ich die wilden Wellen bei angenehmen Wassertemperaturen ungestört genießen können.


Strand von Primorsko

Mittwoch, 13.09.2006

Training und Eröffnung


Beim Training

Am Mittwoch standen vormittags Training und nachmittags die Eröffnungsfeier an. Das so genannte Training dient der Überprüfung der Empfänger und der Einstellung auf die im Wettkampf verwendeten Sender und Antennen. Die bulgarischen Füchse senden ihrer Kennungen zunächst langsam, um dann in den letzten zehn Sekunden durch ein höheres Tempo auf das Ablaufen der aktuellen Sendungen aufmerksam zu machen. Auf 144 Mhz werden Kreuzdipole eingesetzt, auf 3,5 MHz finden Drähte in langen Glasfieberruten und Erdspieße Verwendung. Das Trainingsgelände befand sich direkt am Meer. Es stand eigens eine aktuelle OL-Karte im Maßstab 1:15000, Äquidistanz 2 Meter [!] zur Verfügung. Es bleibt spannend inwiefern diese Karte mit dem Wettkampfgelände vergleichbar sein wird.

Vor der Eröffnung gab es noch einen Geburstag zu feiern. (Details werden nicht verraten :-)

Die Eröffnung fand unweit des Hotels auf einem zentralen Platz der Stadt Primorsko statt. Bei der großen Zahl teilnehmender Nationen dauert der "Einmarsch" schon eine Weile. Weiter ging es - wie bei Eröffnungen üblich - mit Reden und Grußworten von Veranstalter, Politikern und Verbandsfunktionären. Als Ehrengast war auch der Präsident der IARU Region 1, Ole Garpestad, erschienen. Schließlich trat noch eine traditionelle bulgarische Tanzgruppe auf.


Farbenfrohes Antreten bei der Eröffnung

Donnerstag, 14.09.2006

2-m-Wettbewerb (144 MHz)

Heute stand in allen neun Kategorien der 2-m-Lauf (144 MHz) an. Der um 9.00 Uhr geplante Start verschob sich um 35 Minuten. Das Wetter war bei mittlerer Bewölkung mild mit längeren sonnigen Abschnitten, aber durchweg windig. Ich war die ganze Zeit am Ziel, um die Wettkämpfer auf den letzten Metern anzufeuern und ggf. auf den ersten Schritten nach dem Wettkampf zu stützen. Das Ziel war übrigens für Zuschauer hervorragend platziert: eine Wiese über einem spärlich bewachsenen Anstieg. Für die Wettkämpfe waren diese letzten 50 Meter Anstieg am Wettkampfende bis hinein in die Zielgasse sicher eher eine Tortur.


Blick über den Zieleinlauf ins Wettkampfgelände

Karte (Vergrößern...)

Im Ziel hing eine Geländekarte mit den Senderstandorten aus. Fuchs 3 lag dicht am Startkreis. Ebenfalls eher in der Nähe des Starts, aber schon an Kartenrändern lagen die Füchse 2 und 4, die am meisten zur Streckenlänge beitrugen. Fuchs 1 und 5 lagen wiederum näher am Ziel. Neben den üblichen Festlegungen der Kategorien hatten die D50 die Füchse 1, 3, 5 und die M60 die Füchse 2, 3, 5 zu suchen. Für die M60 kam so wieder eine beachtliche Laufstrecke zustande.

Karl-Heinz Schade aus Berlin war aus Berlin angereist, um dem Veranstalter mit seiner fortgeschrittenen Auswertungssoftware zu unterstützen. Auf den Bildschirmen mit den Zwischenergebnissen wurden dank Funkübertragung auch die bereits gefundenen Füchse der noch im Rennen befindlichen Sportler angezeigt. Auf die Ergebnisse der deutschen Wettkämpfer hatte der deutsche Auswerter freilich keinen Einfluss. Geländeprofil und Bewuchs verlangten den Aktiven einiges ab - nur eine Medaille für das deutsche Team ist nicht herausgesprungen. Am dichtesten dran war wohl einmal mehr das M60-Team, das um wenig mehr als eine Minute auf den vierten Platz verwiesen wurde. Immerhin blieben alle Starter des DARC innerhalb der 140 Minuten langen Limitzeit. Die jugendlichen Starter sind selbst bei verloreneR Geländekarte und Empfängerdefekt cool geblieben und haben sehenswerte Resultate abgeliefert.


Warten auf die Kameraden

Freitag, 15.09.2006

Ausflug nach Sozopol


Hafen von Sozopol

Nach dem ersten Wettkampftag steht immer ein Erholungtag mit einem Ausflug auf dem Programm. Bei dieser WM sollte es nach Sozopol gehen. Dieser Urlaubsort liegt nördlich von Primorsko ebenfalls an der Schwarzmeerküste. Eine Führung war nicht vorgesehen. So konnte wir frei durch den Ort spazieren, wobei wir allerdings vom Veranstalter gebeten wurden, einerseits auf unsere Dokumente und andererseits auf unsere jungen Mädchen zu achten. Tatsächlich gab es keine negativen Zwischenfälle.

Ähnlich wie Primorsko liegt zumindest ein Teil Sozopols auf einer Halbinsel. Es gibt eine Altstadt mit kleinen Gassen und zahlreichen überwiegend aus Holz errichteten Häusern. Mit EU-Fördermitteln u.a. des PHARE-Programms wird die Attrativität als Tourismuszentrum ausgebaut. Neben dem obligatorischen Strand und Hafen gibt es einen Marinestützpunkt und eine größere vorgelagerte Insel mit Leuchtturm.


Strand und Altstadt von Sozopol

Die Rückfahrt war bereits um 12.45 Uhr angesetzt, so dass nach dem Mittagessen im Hotel noch viel Zeit für Primorsko übrig blieb. Freilich nicht für Rainer und mich, da wir ab 15.30 Uhr in der Sitzung der IARU-Region-1 ARDF-Arbeitsgruppe saßen. Zumindest einen kurzen Sprung in die Fluten konnten wir vorher noch genießen.

Samstag, 16.09.2006

80-m-Wettbewerb (3,5 MHz)


Max, M19

Nach den enttäuschenden Ergebnissen des 2-m-Wettbewerbs lagen unsere Hoffnungen auf dem 80-m-Wettbewerb. Das Ziel lag am selben Ort wie am Donnerstag, der Start war allerdings in einen anderen, ungenutzten Teil des Geländes gelegt. Doch auch diesmal ließen unsere deutschen Starter lange auf sich warten. Derweil tauchten in einigen Kategorien die Schnellsten mit weniger als 60 Minuten Laufzeit auf. Unsere Jugendlichen Daniel und Vivian schafften es nicht in der Limitzeit ins Ziel. Vivian lag gerade 31 Sekunden über den erlaubten 140 Minuten - doch nach einer Reihe von Protesten wegen des zeitweise ausgefallenen Zielfuchses gab es noch eine Zeitgutschrift, die sie letztlich doch zurück in die Wertung brachte.

Nach und nach zeichnete sich ab, dass auch dieser Tag ohne Medaillen für uns ausgehen würde - ein schwerer Schlag nach den gewohnten Erfolgen der letzten Jahre. Nun werden wir also nochmals eine ganze Siegerehrung ausharren müssen, ohne selbst laut zu jubeln.


Gedrückte Stimmung nach dem 80-m-Lauf

Karte (Vergrößern...)

Sonntag, 17.09. bis Montag, 18.09.2006

Rückfahrt

Direkt im Anschluss an das Hamfest ging es am Sonntag gegen 2.30 Uhr auf die Rückreise. Um den abenteuerlichen Straßen und Baustellen Rumäniens zu entgehen, führte die Route diesmal über Sofia und Belgrad. Die Einreise nach Serbien verschlang wieder zwei Stunden. Offenbar fehlte uns das richtige Schmiermittel (Zigarettenstangen :-).

Am Sonntagabend rasteten wir in Ungarn. Der von der Bedienung empfohlene Kesselgulasch war tatsächlich äußerst lecker. Danach war noch eine weitere Nacht im Bus zu überstehen, bevor wir am Monntagmorgen nach insgesamt knapp 30 Stunden Fahrt im fränkischen Uehlfeld ankamen. Den meisten Mitfahrern stand freilich noch eine Weiterfahrt im Pkw bevor. Doch die gemeinsame WM-Fahrt war nun vorbei.

Es ist äußerst schade, dass diesmal überhaupt keine Medaillen für die deutsche Mannschaft herausgesprungen sind. Umso verbindlicher ist für die deutschen Starter die Mannschaftsbesprechung beim Weihnachtsmarathon am 3. Advent. Drei Medaillen gingen übrigens doch noch an Deutschland: an Karl-Heinz Schade, DL7VDB, für die Zeitnahme, an Karl-Heinz Mols, DL9ME, Zielschiedsrichter, und an Rainer Flößer, DL5NBZ, Vorsitzender der Jury.


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